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Das Klootschießen ist um einiges älter als das Boßeln. “Lehm-Kluten” soll es schon zu Zeiten der Germanen gegeben haben. Damals wurden Lehmkluten hergestellt um sich vor Feinden zu schützen. Die Lehmkluten wurden wahrscheinlich als effektives Wurfgeschoss zur Verteidigung entwickelt. Je besser die Wurftechnik, desto grösser war die Chance den Feind zu treffen und abzuwehren.
Nach und Nach muss sich dann aus dieser Verteidigungswaffe ein Volkssport entwickelt haben. Viele Urkunden aus dem 17.Jahrhundert belegen, dass ganze Dörfer gegeneinander im Klootschießen angetreten sind. Eine Zeitlang war das Klootschießen sogar verboten worden. Dennoch hat sich der wohl älteste Volks- und Heimatsport hier im Norden bis heute gehalten.Klootschießen und Schleuderball sind Sportarten, die ebenfalls zum Friesensport zählen und um einiges schwerer zu erlernen sind als das Boßeln.
Das Klootschießen setzt eine besondere Abwurftechnik voraus, die viel Konzentration und Übung erfordert. In der Regel wirft der Klootschießer über eine Rampe /ein Brett um die Flugkurve des Kloot zu optimieren. Schüler und Jugendliche werfen mit 275 gr. Kugeln, die Männer mit 375gr. Kugeln. Anders als beim Boßeln, wird die Klootkugel nicht geworfen ( beim Boßeln wird flach heraus geworfen) sondern “geflüchtet”, d.h. hoch hinaus.
Beim Kloot-Standkampf absolviert ein Werfer eine festgelegte Anzahl von Würfen. Dort wo die Kugel aufkommt, wird die Weite ermittelt. Somit werden alle Meterergebnisse zusammen addiert. Beim Feldkampf zählt das “Trüllen” also Weiterrollen der Kugel noch als Weite mit. Hier absolvieren die Werfer eine festgelegte Strecke über Felder und Wiesen. Der Feldkampf wird bevorzugt im Winter durchgeführt, da ein hartgefrorener Boden die beste Ausgangsbasis für ein weites “Trüllen” ermöglicht.
Da das Boßeln eng mit mit dem Klootschießen und Schleuderball verwandt ist, trainiert der Boßelclub Vielstedt-Hude e.V. seit dem Jahre 2000 seine Kinder und Jugendlichen auch in diesen Sportarten.
Eine Jugendmannschaft nimmt z.Zt. regelmässig an den Saisonmeisterschaften im Klootschießen teil. Ausserdem werden Trainingseinheiten vor den grossen Turnieren, wie z.B. dem Kreisjugendtag angeboten. Aushängeschild dieser Spartenabteilung ist unser Youngster Hendrik Rüdebusch. Hendrik ist seit vielen Jahren sehr ehrgeizig, wenn es darum geht, die Abwurftechnik zu verfeinern, Turniere zu
besuchen und sich vom Fachpersonal des FKV coachen zu lassen.
Nur durch diesen Ehrgeiz, einer Portion Talent und viel Ausdauer im Training schafft ein Klootschießer in der B-Jugend ( Hendriks aktuelle Wertungsklasse) Wurfweiten von über 60 Metern. Damit hat Hendrik gute Chancen in den Kader des FKV für die anstehenden Europameisterschaften 2008 in Irland nominiert zu werden. Wir wünschen ihm hierfür natürlich weiterhin viel Glück und Erfolg.
Hendrik Rüdebusch in Aktion.
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